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Jugendförderung Mannheim

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Gedanken zum Kinderspiel

Gedanken zum Kinderspiel

Gesunde Kinder spielen in den ersten 6 Lebensjahren etwa 15.000 Stunden.

Kinderspiel ist 
- eine ernstzunehmende Sache
- lebensnotwendig
- „eine aus der Neugierde geborene freiwillige spontane und lustvolle Auseinandersetzung der Kinder mit ihrer Umwelt“ (Hildegard Hetzer)
Daher dient Kinderspiel der Persönlichkeitsentfaltung

Beim Kinderspiel gibt es noch keine Routine und Gewohnheit 
Unbekanntes wird erforscht 
Erfahrungen werden gesammelt 
Kinder erkennen ihren eigenen Stand-Punkt innerhalb der Gesellschaft / innerhalb ihrer Umwelt.
Sie lernen, die Bedeutung der Menschen, der Dinge und der Ereignisse ihrem eigenen Leben sinnvoll zuzuordnen.

Ein wichtiger Aspekt beim Kinderspiel: Neugierde
„Funktionieren“ der Dinge im Leben ist heute nicht mehr so gut nachvollziehbar wie früher. 
Außerhäuslicher Beruf der Eltern, Arbeitsstil und Arbeitstempo behindern das Kind: Einsichten zu haben und unterschiedliche Erfahrungen zu machen. Heute werden die meisten Tätigkeiten durch Knopfdruck / automatisch betätigt.

Echtes Spiel kann ein Kind nur in Freiheit entfalten, d.h. 
- es muß spontan handeln und spielen können 
- es darf zum Spielen angeregt werden - nicht zwingen 
- dazu braucht es keine vorgegebenen Lernmuster 
- denn unsystematisches Lernen führt zum Erfolg (z.B. Muttersprache)

Jedes gesunde Kind bringt die Bereitschaft zum Spielen mit auf die Welt. 
Um Spielqualität zu erreichen, müssen gute Voraussetzungen geschaffen werden.
Spielen soll nicht oberflächliche Beschäftigung bleiben, sondern im individuellen Erleben eines jeden Kindes zum Erfolgserlebnis führen.

Kinder wollen eigene Erfolgserlebnisse, deshalb: 
- nicht Vorgabe von Erwachsenen 
- nicht „für“ Kinder machen 
- sondern „von“ Kindern machen lassen

Heute gibt es: 
- viel gutes Spielzeug 
- zu viel Spielzeug
- viel zu viel unsinniges, abzulehnendes Spielzeug

Heute besteht die große Gefahr, ... 
daß Spielzeug zum Sammelobjekt degradiert wird, statt damit zu spielen. (Spielzeug hat   nur dann einen Sinn, wenn es ein „Gebrauchsgegenstand“ ist) 
daß „wichtige“ Spielzeuge oft fehlen (Bausteine, Malstifte, Papier…) 
daß die Phantasie eingeengt wird 
daß Improvisieren nicht erwünscht und gefordert wird, weil alles vorhanden ist (z.B. Playmobil für alle Lebenslagen)